Ausbildungskonzept

Hintergrund

„Die Babyboomer in Deutschland kommen in die Jahre.“ Vor uns liegen einige Jahrzehnte, in denen die Alten einen größeren Anteil als bisher in der Bevölkerung ausmachen. Gleichzeitig wächst zurzeit die Zahl der Altenpflegekräfte erheblich langsamer als die Zahl der Menschen, die Pflegebedarf haben. „Kessler-Handorn“ ist ein wachsendes‚ Pflege-Unternehmen, das seinen zunehmenden Bedarf an Pflegefachkräften selbst deckt und sich damit unabhängig von äußeren Einflüssen und vom allgemeinen Fachkraftmangel macht. Mit dem vorliegenden „Ausbildungskonzept Plus“ ist eine Ergänzung zum bisherigen Ausbildungskonzept geschaffen, um – den Auszubildenden einen optimalen Start in das Berufsleben zu ermöglichen, indem

  • mehr Anleitungszeit geleistet werden kann,
  • gezielte Förderung sichergestellt ist,
  •  neben dem laufenden, zu erlernenden Berufsalltag schrittweise Auseinandersetzung mit den Inhalten aller pflegerischen und betreuenden Tätigkeiten erfolgen kann,
  • und gleichzeitig eine Einbindung der Auszubildenden in eine effiziente und wirtschaftliche Dienstplanung erfolgt.

Daneben werden die Grundlagen geschaffen, um die folgende, für das Unternehmen, seiner Mitarbeiter und für die Bewohner / Klienten wichtige Ziele zu erreichen:

– zahlenmäßige Sicherstellung des zukünftigen Fachkraftbedarfs und damit

  •  Vorbeugung einer Überlastung der vorhandenen Mitarbeitenden
  • der Leistungsfähigkeit des gesamten Unternehmens

– Sicherstellung des qualitativen hauseigenen Anspruchs an die Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden

– die vorhandene hohe Qualität der Einrichtung zukünftig nicht nur zu halten, sondern weiter zu entwickeln,

– Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeitenden, Identifikation mit dem Unternehmen

Ziele des Ausbildungskonzepts PLUS

– Sicherstellung einer guten Vorbereitung auf Prüfungen und auf das spätere Berufsleben

– Abwechslung in den Berufsalltag bringen und Anreize und Motivation schaffen

– Nachweisbare und planbare Schüleranleitungen

– Nachweis für erbrachte Praxisanleitungen

– Gerechter und verantwortungsvoller Umgang mit Auszubildenden während der gesamten Ausbildungszeit.


Besonderheiten des Ausbildungskonzepts PLUS

Geplante Anleitungen für jeden Schüler:

Von der verfügbaren Einsatzzeit stehen 50 Stunden im Monat zur Verfügung, in denen die Auszubildenden eine gezielte Anleitung in allen Bereichen, die ausbildungsrelevant sind, erfahren
a. PFLEGE: 32 Stunden monatlich unter Aufsicht einer Pflegefachkraft bzw. der Praxisanleitung. In diesem Zeitfenster versorgt der Auszubildende – seinem Ausbildungsstand entsprechend – selbstständig eine festgelegte kleine Bewohnergruppe. (Siehe hierzu Aufgabenbereiche der Auszubildenden Seite 5 bis 6) Die Schüler werden dabei von der Praxisanleitung begleitet, unterstützt und unterrichtet. Die Pflegehandlung wird von der Praxisanleitung vor Ort direkt besprochen und reflektiert.

b. BETREUUNG und HAUSWIRTSCHAFT: ist ein prüfungsrelevantes Thema. Sowohl bei der 1-jährigen (Altenpflegehelfer) als auch bei der 3-jährigen Ausbildung (AP-Fachkraft). Die Auszubildenden sollen sich deshalb 18 Stunden im Monat ausschließlich unter Anleitung einer Betreuungskraft oder einer Hauswirtschaftskraft mit der Betreuung, Begleitung und Beschäftigung von Bewohnern befassen.

c. BERICHTE: Die Schüler haben an ihren Anleitungstagen 2,5 Stunden Zeit, um den Ablauf sowie Besonderheiten und Ereignisse der Anleitung in einem Tagesbericht zu dokumentieren. Der tägliche Bericht wird an die Praxisanleitung gegeben und dient

  • als Nachweis für die erfolgte Anleitung
  • sowie zur Auseinandersetzung und Vergegenwärtigung des Lernziels.

d. Planung: Die Planung der Anleitungstage erfolgt in gegenseitiger Absprache zwischen Ausbildungsleitung, Praxisanleitern, Wohnbereichsleitungen und den Auszubildenden. Für die Praxisanleitung ist ein eigener Dienst im Dienstplan vorgesehen. Die Dienste für die Praxisanleiter werden auf einem eigenen Dienstplan erfasst, um die Übersicht der anwesenden Praxisanleiter darzustellen. Den Auszubildenden werden feste Anleitungstage die im Dienstplan kenntlich gemacht werden eingeplant. Diese richten sich nach dem Ausbildungsjahr und erfolgen an 4 Tagen im Monat im Ausbildungsbetrieb:

  •  Im ersten und zweiten Ausbildungsjahr: Montag und Dienstag.
  •  Im dritten Ausbildungsjahr: Donnerstag und Freitag

 

Schülerverteilung:

Schüler des ersten Ausbildungsjahres werden für ein Jahr verplant. Die Planung ist dadurch verlässlicher. Nach der erfolgreichen Prüfung zum Altenpflegehelfer, wird der weitere Verlauf der Ausbildungsjahre auf den jeweiligen Wohnbereichen bis zur Abschlussprüfung geplant.

Aufgabenbereiche der Schüler bzw. Prüfungsrelevante Inhalte

1. Ausbildungsjahr

  • Pflege Körperpflege/ Abendpflege
  • Prophylaxen (Pneumonie, Thrombose, Dekubitus,..)
  • Blutzuckermessung
  • s.c. Injektionen
  • Vitalzeichenkontrolle
  • Gewichtsverlauf/ BMI Berechnung
  • Mundgerechte Zubereitung und Anreichen der Nahrung
  • Anlegen und führen von Bewegungsförderungsplan- und Trink- und Essprotokolle
  • Transfers und Mobilisation
  • Aktivierung
  • Dokumentation und Eintrag im Pflegebericht
  • Verabreichungen von schon gerichteten Medikamente nach Anleitung
  • Verabreichung von Tropfen und Salben nach Anleitung
  • Fachgerechte Lagerungen (V, A, T, I)
  • An- und ausziehen von Antithrombose Strümpfen
  • Versorgung einer nicht infizierten PEG- Einstichstelle (Perkutane endoskopische Gastrostomie Einstichstelle)

2. Ausbildungsjahr

  • Therapeutische Waschungen (aktivierend, geführt, beruhigend …)
  • Planung und Durchführung von Prophylaxen (Expertenstandards)
  • Wundversorgung aller Art
  • Injektionen, Intramuskuläre und Subkutane
  • Legen eines Blasenverweilkatheters
  • Anlegen von Kompressionsverbände
  • Versorgung von Urostoma, Anuspraeter etc.
  • Pflege und Wechseln von Trachealkanülen
  • Tracheales und Orales Absaugen
  • Richten und verabreichen von Medikamenten
  • Verabreichen von Parenteraler Ernährung
  • Medikamentengabe über Perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG)
  • Dokumentationen (Anamnese, Risikoerkennung)
  • Aktivierung
  • Bewohner Ordner kontrollieren und führen

3. Ausbildungsjahr

  • Pflegeplanungen
  • System Dokumentation des Hauses
  • Arztvisiten ausarbeiten und Fachgerecht dokumentieren
  • Schichtleitung unter Anleitung einer Pflegefachkraft
  • Anleitung und Kontrolle von Mitarbeitern

Beispiel für einen Praxisanleitung im 1. Ausbildungsjahr

In der Pflege: (Bsp. Wohnbereich 1 Parkstraße, Frühdienst)

  • 6.30: Übergabe
  • 6.40: Bewohner 1: Vitalzeichenkontrolle, Körperpflege oder Duschen aufräumen des Zimmers
  • 7.20: Bewohner 2: Vitalzeichenkontrolle, Körperpflege oder Duschen, Blutzuckerkontrolle mit Injektionsgabe
  • 8.00: Bewohner 3: Vitalzeichenkontrolle, Körperpflege oder Duschen, Blutzuckerkontrolle
  • 8.40: Mundgerechte Zubereitung und Anreichen der Nahrung bei Bewohner 4. Danach überprüfen, ob alle ihm anvertrauten Bewohner das Frühstück eingenommen haben evtl. Trinkprotokolle führen.
  • 9.15: Bewohner 4 Vitalzeichenkontrolle, Körperpflege oder Duschen evtl. Lagerung oder Mobilisation
  • 9.50: Toilettengänge der Bewohnergruppe
  • 10.15: Pause
  • 10.45: evtl. Lagerung von Bewohner 4 oder Mobilisation, Trinken anbieten aller Bewohner
  • 11.00: Führen der Dokumentation seiner Bewohnergruppe
  • 11.20: Beschäftigung mit den Bewohnern
  • 12.15: Mundgerechte Zubereitung des Mittagessen und Anreichen von Bewohner 3 und 4
  • 13.00: Toilettengänge aller Bewohner der Gruppe und zur Mittagsruhe begleiten bzw. hinlegen
  • 13.30: Auffüllen und aufräumen der Zimmer inklusive Kleiderschränke
  • 14.30: Bericht über den Tag schreiben

In der Betreuung und Hauswirtschaft

Im Frühdienst:

  • 10.30 – 12.00: 4 Bewohner je nach Veranstaltungskalender Spiele am Tisch, Kognitive Wörterspiele z. b. Quiz Spiel, Kreuzworträtsel
  • 13.00: besondere Betreuung der Bettlägerigen
  • 13.30 – 14.30: schriftliche Berichte über die Zeit der Betreuung.

Im Spätdienst:

  • 15.30: ca. 6 Bewohner (eher in Einzelbetreuung) z. B. Spaziergänge, Biographie-Arbeit mit dem Ziel, für jeden Bewohner eine Lebensgeschichte zu erfassen (siehe eigenes Projekt).
  • 17.00 – 18.00: Bericht über die Zeit der Betreuung im Tagesbericht festhalten.

Unterrichtsplan PDF Download

Monat 1. Ausbildungsjahr 2. Ausbildungsjahr 3. Ausbildungsjahr Praktikanten / werdende Schüler
August 09.08.2016
Grundpflege
Beginn: 13:30 Uhr26.08.2016
Stammblatt / Biografie / Defizite / Ressourcen
Beginn: 13:30 Uhr
26.08.2016
Stammblatt / Biografie / Defizite / Ressourcen
Beginn: 13:30 Uhr
22.08.2016
Rückmeldung
13:30 – 14:30 Uhr
September 08.09.2016
Vitalzeichen
Beginn: 13:30 Uhr
05.09.2016
Prophylaxen
Beginn: 13:30 Uhr
29.09.2016
Niere
Beginn: 13:30 Uhr
27.09.2016
Grundpflege
13:30 – 14:30 Uhr
Oktober 10.10.2016
Pflegeberichte
Leistungsnachweise
Beginn: 13:30 Uhr
04.10.2016
Atmungssystem
Beginn: 13:30 Uhr
06.10.2016
Niere
Beginn: 13:30 Uhr
07.10.2016
Hygiene
13:30 – 14:30 Uhr
November 21.11.2016
Herzkreislaufsystem
Beginn: 13:30 Uhr

28.11.2016
Herzkreislaufsystem
Beginn: 13:30 Uhr

07.11.2016
Auge
Beginn: 13:30 Uhr
08.11.2016
Magendarmtrakt
Beginn: 13:30 Uhr
17.11.2016
Kommunikation
13:30 – 14:30 Uhr
Dezember 12.12.2016
Hygiene
Beginn: 13:30 Uhr
13.12.2016
Prophylaxen
Beginn: 13:30 Uhr
05.12.2016
Tracheostoma/Stoma
Beginn: 13:30 Uhr
Januar 09.01.2017
Demenztypen
Beginn: 13:30 Uhr
24.01.2017
Dokumentationssystem
Beginn: 13:30 Uhr
02.01.2017
Magendarmtrakt
Beginn: 13:30 Uhr

27.01.2017
Pflegeplanung
Beginn: 13:30 Uhr

10.01.2017
Umgang mit Demenz
13:30 – 14:30 Uhr
Februar 06.02.2017
Praktische Übungen
mündliche Prüfungsvorbereitung/
Medikamente
Beginn: 13:30 Uhr
21.02.2017
Behandlungspflege
Beginn: 13:30 Uhr
20.02.2017
Pflegeplanung
Beginn: 13:30 Uhr
15.02.2017
Pflegeberichte
Leistungsnachweise
13:30 – 14:30 Uhr
März 20.03.2017
Nervensystem
Beginn: 13:30 Uhr

30.03.2017
Nervensystem
Beginn: 13:30 Uhr

20.03.2017
Medikamentenlehre
Beginn: 13:30 Uhr
01.03.2017
Pflegeplanung
Beginn: 13:30 Uhr
April 11.04.2017
Umgang mit Sterbenden und
dem Tod
Beginn: 13:30 Uhr
10.04.2017
Pflegeplanung
Beginn: 13:30 Uhr
03.04.2017
Medikamentenlehre
Beginn: 13:30 Uhr
Mai 09.05.2017
Prüfungsvorbereitung
Beginn: 13:30 Uhr
16.05.2017
Injektionen/Infusionen/
Port
Beginn: 13:30 Uhr
15.05.2017
Prüfungsvorbereitung
Beginn: 13:30 Uhr
08.05.2017
Prophylaxen
13:30 – 14:30 Uhr
Juni 13.06.2017
Sterbephasen
Beginn: 13:30 Uhr
12.06.2017
Dokumentationssystem
Beginn: 13:30 Uhr

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendn oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen